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<title>Assignat</title>
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<h1 id="firstHeading" class="firstHeading mw-first-heading"><span class="mw-page-title-main">Assignat</span></h1>
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<p>Die <b>Assignaten</b> (von <span style="font-style:normal;font-weight:normal"><a href="Franz%C3%B6sische_Sprache" title="Französische Sprache">französisch</a></span> <span lang="fr-Latn" style="font-style:italic"><i>l’assignat</i></span> ,Anweisung‘, ursprünglich ,das Unterzeichnete‘) waren das während der <a href="Franz%C3%B6sische_Revolution" title="Französische Revolution">Französischen Revolution</a> verwendete <a href="Fiatgeld" title="Fiatgeld">Papiergeld</a>.<sup id="cite_ref-1" class="reference"><a href="#cite_note-1"><span class="cite-bracket">[</span>1<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> 1789 eingeführt, wurden sie 1796 durch <a href="Territorialmandat" title="Territorialmandat">Territorialmandate</a> als neues Papiergeld abgelöst. Auch dieses Zahlungsmittel wurde bald <a href="Demonetisierung" title="Demonetisierung">demonetisiert</a>.
</p><p>Im Dezember 1789 beschloss die <a href="Nationalversammlung_(Frankreich)" title="Nationalversammlung (Frankreich)">Nationalversammlung</a>, die <a href="Nationalg%C3%BCter" class="mw-redirect" title="Nationalgüter">Kirchengüter</a> zugunsten des Staates einzuziehen, um damit die enorme Schuldenlast abzubezahlen und den anstehenden <a href="Haushaltsplan" title="Haushaltsplan">Haushalt</a> zu bestreiten. Da man nicht hoffen konnte, innerhalb kurzer Zeit den Landbesitz zu verkaufen, zahlte man den Kreditgebern die Schuld in Form von Assignaten, die die Rolle von <a href="Staatsanleihe" title="Staatsanleihe">Staatsanleihen</a> hatten und anfangs verzinst waren. Diese konnten gegen die zur Verfügung stehenden Landgüter eingetauscht werden, wurden aber vornehmlich in Umlauf gebracht und entwickelten sich dadurch zum allgemeinen Zahlungsmittel.
</p><p>Dadurch, dass der Wert des Papiergeldes angeblich vollständig durch den zum Verkauf stehenden Landbesitz gedeckt und verzinst sei, hoffte man, das neue Papiergeld werde rasch das Vertrauen der Bevölkerung gewinnen. Zeitweilig waren Besitz und Handel mit <a href="Goldm%C3%BCnze" title="Goldmünze">Gold-</a> und <a href="Silberm%C3%BCnze" title="Silbermünze">Silbergeld</a> bei hoher Strafe verboten, und die Bevölkerung wurde zur Abgabe an den Staat aufgefordert, um so die Akzeptanz der Assignaten als allgemeines Zahlungsmittel zu erzwingen.
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Erst_Assignate_–_dann_Mandate"><span id="Erst_Assignate_.E2.80.93_dann_Mandate"></span>Erst Assignate – dann Mandate</h2></div>
<p>Bereits ab 1769 wurden in <a href="Russisches_Kaiserreich" title="Russisches Kaiserreich">Russland</a> Assignaten ausgegeben.<sup id="cite_ref-2" class="reference"><a href="#cite_note-2"><span class="cite-bracket">[</span>2<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Die ersten französischen Assignaten wurden ab dem 14. Dezember 1789 ausgegeben. Hiervon erwartete die <a href="Konstituante" title="Konstituante">Konstituante</a>, die ihre Ausgabe beschlossen hatte, eine Lösung der französischen <a href="Finanzkrise" title="Finanzkrise">Finanzkrise</a> und eine Stabilisierung der <a href="Staatsfinanzen" title="Staatsfinanzen">Staatsfinanzen</a>. Anfänglich hatte das neue Geld eine wohltuende Wirkung. Die französische Wirtschaft wurde belebt, und die Bauern solidarisierten sich durch das verteilte Land mit der Revolution. Schon im folgenden Jahr wurde allerdings die Verzinsung aufgegeben. Mit der Zeit wurden durch die Regierung immer mehr Assignaten in Umlauf gebracht, was eine <a href="Hyperinflation" title="Hyperinflation">starke Inflation</a> zur Folge hatte, wozu auch die allgemeine politische Instabilität beitrug. Zahlreiche englische Fälschungen ließen das Vertrauen in die Assignaten-Währung zusätzlich sinken.
</p><p>Schon im Februar 1793 hatten sie nur noch 50 Prozent ihres ursprünglichen Wertes. Es kam zum Horten von Lebensmitteln, was die <a href="Jakobiner" title="Jakobiner">Jakobiner</a> jedoch am 26. Juli per Gesetz verboten; am 29. September wurde weiterhin ein Höchstpreis für bestimmte Lebensmittel vorgeschrieben.
</p><p>Das bremste die <a href="Inflation" title="Inflation">Inflation</a> jedoch nur vorübergehend. Im April 1795 sank der Wert der Assignaten auf 8 Prozent. Viele Kaufleute weigerten sich daraufhin, Papiergeld anzunehmen, wodurch die in Assignaten bezahlten Arbeiter verarmten.
</p><p>Im Februar 1796 entschloss sich das <a href="Direktorium_(Frankreich)" title="Direktorium (Frankreich)">Direktorium</a>, die Assignaten im Kurs von 30:1 durch <a href="Territorialmandat" title="Territorialmandat">Territorialmandate</a> (<i>mandats territoriaux</i>) zu ersetzen. Unter dem neuen Finanzminister <a href="Dominique-Vincent_Ramel-Nogaret" title="Dominique-Vincent Ramel-Nogaret">Dominique-Vincent Ramel-Nogaret</a> wurden am 18. März 1796 die Assignaten abgesetzt und von den Territorialmandaten abgelöst. Deren Geldbetrag war anfänglich auf 2,4 Milliarden <a href="Franc" title="Franc">Francs</a> limitiert – sie konnten theoretisch unmittelbar gegen Staatsgüter eingetauscht werden. Auch die Mandate verfielen jedoch rasch auf etwa 3 Prozent ihres ursprünglichen Wertes bis kurz vor ihrer <a href="Demonetisierung" title="Demonetisierung">Verrufung</a> am 4. Februar 1797. Noch vor der Verrufung aller Assignate und Mandate wurde in den damals von <a href="Erste_Franz%C3%B6sische_Republik" title="Erste Französische Republik">Frankreich</a> besetzten <a href="Linkes_Rheinufer" title="Linkes Rheinufer">linksrheinischen Gebieten</a> um <a href="K%C3%B6ln" title="Köln">Köln</a> und <a href="Mainz" title="Mainz">Mainz</a> versucht, dieses nun fast wertlos gewordene französische Papiergeld noch schnell in deutsches vollwertiges Silbergeld umzuwechseln. Am 21. Mai 1797 wurden alle Assignaten und Mandate endgültig für ungültig erklärt, und der Finanzminister Ramel wollte den Staatsbankrott erklären. Da in beiden Kammern (<i>conseils</i>) des Parlaments eine monarchistische Mehrheit die Aktionen des Direktoriums blockierte, konnte er seinen Plan aber nicht umsetzen. Am 18. Fructidor des Jahres V (4. September 1797) ließen die drei Direktoren <a href="Paul_de_Barras" title="Paul de Barras">Barras</a>, <a href="Jean-Fran%C3%A7ois_Reubell" title="Jean-François Reubell">Reubell</a> und <a href="Louis-Marie_de_La_R%C3%A9velli%C3%A8re-L%C3%A9peaux" title="Louis-Marie de La Révellière-Lépeaux">La Révellière-Lépaux</a> das Parlament auflösen und übernahmen die Macht.<sup id="cite_ref-:0_3-0" class="reference"><a href="#cite_note-:0-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Schon ab dem 15. August 1795 begann man schrittweise, die neue dezimalgeteilte Franc-<a href="W%C3%A4hrungsreform" title="Währungsreform">Währungsreform</a> stillschweigend vorzubereiten. Man begann mit der Prägung erster kupferner <a href="Centime" title="Centime">Centime</a>- und <a href="D%C3%A9cime" title="Décime">Décime</a>-<a href="Scheidem%C3%BCnze" title="Scheidemünze">Scheidemünzen</a> sowie silberner 5-Franc-Münzen als neue Standard-<a href="Kurantm%C3%BCnze" title="Kurantmünze">Kurantmünze</a> ab dem Prägejahr 4 (1795–1796). Am 30. September 1797 stellte Finanzminister Dominique Ramel den Handel mit Staatspapieren ein, stornierte alle Staatsschulden und erklärte den <a href="Staatsbankrott" title="Staatsbankrott">Staatsbankrott</a> für Frankreich.<sup id="cite_ref-4" class="reference"><a href="#cite_note-4"><span class="cite-bracket">[</span>4<span class="cite-bracket">]</span></a></sup> Einige zehntausend Pariser <a href="Rentier_(Person)" title="Rentier (Person)">Rentiers</a> waren ruiniert.<sup id="cite_ref-:0_3-1" class="reference"><a href="#cite_note-:0-3"><span class="cite-bracket">[</span>3<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Nachwirkung">Nachwirkung</h2></div>
<p>Nach <a href="Karl-Heinz_Brodbeck" title="Karl-Heinz Brodbeck">Karl-Heinz Brodbeck</a> reflektierte der Dichter <a href="Johann_Wolfgang_von_Goethe" title="Johann Wolfgang von Goethe">Johann Wolfgang von Goethe</a> in seinem Werk <i><a href="Faust._Der_Trag%C3%B6die_zweiter_Teil" title="Faust. Der Tragödie zweiter Teil">Faust. Der Tragödie zweiter Teil</a></i> und dort in der Gestalt des <a href="Mephistopheles" title="Mephistopheles">Mephisto</a>, der das Papiergeld einführt, insbesondere Erfahrungen, die während der Französischen Revolution mit der Inflation des Papiergelds, den Assignaten und den Territorialmandaten, gemacht wurden. Goethe hatte sich in zehn Jahren als Finanz- und Wirtschaftsminister am Weimarer Hof in umfangreichen Studien auch mit der Ökonomie und mit den Wirkungen der <a href="Geldsch%C3%B6pfung" title="Geldschöpfung">Geldschöpfung</a> beschäftigt.<sup id="cite_ref-5" class="reference"><a href="#cite_note-5"><span class="cite-bracket">[</span>5<span class="cite-bracket">]</span></a></sup>
</p>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Literatur">Literatur</h2></div>
<ul><li>Andrew Dickson White: <a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.gutenberg.org/ebooks/6949"><i>Fiat Money Inflation in France</i></a> im <a href="Project_Gutenberg" title="Project Gutenberg">Project Gutenberg</a>, 1912 (englisch)</li>
<li><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.retrobibliothek.de/retrobib/schlagwort.html?werk=Meyers&bandnr=1&seitenr=0955&wort=Assignaten"><i>Assignaten</i>.</a> In: <i><a href="Meyers_Konversations-Lexikon" title="Meyers Konversations-Lexikon">Meyers Konversations-Lexikon</a>.</i> 4. Auflage. Band 1, Verlag des Bibliographischen Instituts, Leipzig/Wien 1885–1892, S. 955.</li>
<li><i>Assignaten.</i> In: Helmut Kahnt, Bernd Knorr: <i>Alte Maße, Münzen und Gewichte. Ein Lexikon.</i> Bibliographisches Institut, Leipzig 1986, Lizenzausgabe Mannheim/Wien/Zürich 1987, ISBN 3-411-02148-9, S. 381.</li>
<li><a href="Karl_Walker" title="Karl Walker">Karl Walker</a>: <i>Geld in der Geschichte.</i> Nikol Verlag, Hamburg 2009, ISBN 978-3-86820-030-0.</li>
<li>Günter Schön: <i>Weltmünzkatalog 19. Jahrhundert.</i> Battenberg Verlag, Augsburg 1992, ISBN 3-89441-062-0.</li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Weblinks">Weblinks</h2></div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><div class="noresize noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Commons"></span></span></div><b><span class=""><a class="external text" href="https://commons.wikimedia.org/wiki/Category:Assignat?uselang=de"><span lang="en">Commons</span>: Assignat</a></span></b> – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien</div>
<div class="sisterproject" style="margin:0.1em 0 0 0;"><span class="noviewer" style="display:inline-block; line-height:10px; min-width:1.6em; text-align:center;" aria-hidden="true" role="presentation"><span class="mw-default-size" typeof="mw:File"><span title="Wiktionary"></span></span></span><b><a href="https://de.wiktionary.org/wiki/Assignate" class="extiw external" title="wikt:Assignate">Wiktionary: Assignate</a></b> – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen</div>
<ul><li><a rel="nofollow" class="external text" href="http://www.banknote.ws/COLLECTION/countries/EUR/FRA/FRA-ASS.htm#ASSIGNAT">Bank Note Museum - FRANCE - Kingdom & First Republic - ASSIGNATS</a></li></ul>
<div class="mw-heading mw-heading2"><h2 id="Einzelnachweise">Einzelnachweise</h2></div>
<ol class="references">
<li id="cite_note-1"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-1">↑</a></span> <span class="reference-text">H.A. Scott Trask: <a rel="nofollow" class="external text" href="https://mises.org/daily/1504"><i>The Story of a Monetary Catastrophe</i></a>, Ludwig von Mises Institute, 28. April 2004, auf mises.org. Abgerufen am 26. Januar 2012.</span>
</li>
<li id="cite_note-2"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-2">↑</a></span> <span class="reference-text">Helmut Kahnt, Bernd Knorr: <i>Alte Maße, Münzen und Gewichte. Ein Lexikon.</i> Bibliographisches Institut, Leipzig 1986, Lizenzausgabe Mannheim/Wien/Zürich 1987, ISBN 3-411-02148-9, S. 381.</span>
</li>
<li id="cite_note-:0-3"><span class="mw-cite-backlink">↑ <sup><a href="#cite_ref-:0_3-0">a</a></sup> <sup><a href="#cite_ref-:0_3-1">b</a></sup></span> <span class="reference-text"><span class="cite"><a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.latribune.fr/journal/edition-du-1602/enquete/363628/1797-la-france-est-en-faillite.html"><i>1797, la France est en faillite !</i></a> In: <i>La Tribune (französische Wirtschaftszeitung).</i> 15. Februar 2010,<span class="Abrufdatum"> abgerufen am 19. November 2022</span> (französisch).</span><span style="display: none;" class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Adc&rfr_id=info%3Asid%2Fde.wikipedia.org%3AAssignat&rft.title=1797%2C+la+France+est+en+faillite++%21&rft.description=1797%2C+la+France+est+en+faillite++%21&rft.identifier=https%3A%2F%2Fwww.latribune.fr%2Fjournal%2Fedition-du-1602%2Fenquete%2F363628%2F1797-la-france-est-en-faillite.html&rft.date=2010-02-15&rft.language=fr"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-4"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-4">↑</a></span> <span class="reference-text">Rémy Dessartes: <cite style="font-style:italic">Inflation : Histoire d'un mal ancien</cite>. In: <cite style="font-style:italic">Capital</cite>. <span style="white-space:nowrap">Nr.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>371</span>. Prisma Media, Genneviellers August 2022, <span style="white-space:nowrap">S.<span style="display:inline-block;width:.2em"> </span>77</span>.<span class="Z3988" title="ctx_ver=Z39.88-2004&rft_val_fmt=info%3Aofi%2Ffmt%3Akev%3Amtx%3Ajournal&rfr_id=info:sid/de.wikipedia.org:Assignat&rft.atitle=Inflation+%3A+Histoire+d%27un+mal+ancien&rft.au=R%C3%A9my+Dessartes&rft.date=2022-08&rft.genre=journal&rft.issue=371&rft.jtitle=Capital&rft.pages=77&rft.place=Genneviellers&rft.pub=Prisma+Media" style="display:none"> </span></span>
</li>
<li id="cite_note-5"><span class="mw-cite-backlink"><a href="#cite_ref-5">↑</a></span> <span class="reference-text"><a href="Karl-Heinz_Brodbeck" title="Karl-Heinz Brodbeck">Karl-Heinz Brodbeck</a>: <i>Faust und die Sprache des Geldes. Denkformen der Ökonomie – Impulse aus der Goethezeit.</i> Verlag Karl Alber, München 2014, ISBN 978-3-495-48640-5, S. 71 (<a rel="nofollow" class="external text" href="https://www.google.de/books/edition/Faust_und_die_Sprache_des_Geldes/HYJmEAAAQBAJ?hl=de&gbpv=1&dq=Faust+Assignaten&pg=PA71&printsec=frontcover"><i>Google Books</i></a>)</span>
</li>
</ol></div><!--htdig_noindex--><div><div class="zim-footer">
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